Eine Anzahlung bei der Terminbuchung ist der einfachste Schutz gegen leere Stühle: Das Geld ist schon da, bevor der Termin beginnt. Hier liest du, für welche Leistungen sie sinnvoll ist, wie hoch sie sein sollte, wie du sie ansprichst und was bei einer Absage passiert. Das ist Orientierung aus der Praxis, keine Rechtsberatung. Was in deinen AGB stehen darf, klärst du mit jemandem, der das prüfen kann.
Warum eine Anzahlung besser wirkt als eine No-Show-Gebühr
Eine No-Show-Gebühr oder Ausfallgebühr für einen Termin klingt nach einer klaren Regel. In der Praxis hat sie einen Haken: Sie wird hinterher erhoben. Du schreibst eine Rechnung an jemanden, der nicht gekommen ist, wartest auf die Überweisung, erinnerst, diskutierst. Oft bleibt das Geld aus, und die Beziehung zum Kunden ist trotzdem beschädigt.
Die Anzahlung dreht die Reihenfolge um. Der Kunde zahlt bei der Buchung einen Teil des Preises oder den ganzen Betrag. Bleibt er ohne Absage fern, behältst du das Geld, ohne Mahnung und ohne Diskussion. Kommt er, wird die Anzahlung verrechnet. Der Aufwand liegt bei null, und der Kunde entscheidet selbst, ob ihm der Termin das wert ist.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Wer schon bezahlt hat, denkt an den Termin. Die Anzahlung wirkt wie eine Erinnerung, die im Kopf bleibt. Zusammen mit einer kurzen WhatsApp am Vortag sinkt die Zahl der leeren Stühle in der Regel deutlich.
Für welche Termine sich eine Anzahlung lohnt
Eine Anzahlung lohnt sich dort, wo ein Ausfall richtig weh tut: lange Termine, viel Material, schwer nachzubesetzen. Fällt ein dreistündiger Farbtermin aus, ist der Nachmittag weg. Ein Tattoo-Termin ist vorbereitet, die Vorlage gezeichnet. Beim Microneedling liegt das Material bereit. Eine Fahrzeugaufbereitung oder eine große Inspektion blockiert eine Bühne für Stunden.
Umgekehrt braucht nicht jeder Termin eine Anzahlung. Ein kurzer Herrenschnitt, eine Kontrolle in der Praxis oder eine Augenbrauenkorrektur ist in zwanzig Minuten erledigt und schnell nachgefüllt. Hier kostet die Anzahlung mehr Buchungen, als sie an Ausfällen spart. Die Regel gilt also pro Leistung, nicht pro Betrieb. Anzahlung beim Friseur, im Tattoo- oder Kosmetikstudio heißt deshalb: bei den großen Terminen ja, bei den kleinen nein.
- Ja: Farbe, Balayage, Extensions, alles über 90 Minuten beim Friseur
- Ja: Tattoo-Sitzungen, Permanent Make-up, Microneedling und Laserbehandlungen mit Vorbereitung
- Ja: Fahrzeugaufbereitung, große Inspektion, Reifenwechsel in der Saison, Fotoshootings
- Nein: Kurzhaarschnitt, Bartpflege, Kontrolltermin, Nachbesserung und alles unter 30 Minuten
- Nein: Erstgespräch und Beratung, solange sie kostenlos sind
Wie viel Anzahlung: Anteil vom Preis oder fester Betrag?
Zwei Modelle haben sich bewährt. Der Anteil vom Preis, meist zwischen 20 und 50 Prozent, wächst mit der Leistung mit: eine kleine Anzahlung beim kleinen Termin, eine größere beim großen. Der feste Betrag, zum Beispiel 30 Euro, ist einfacher zu erklären und für Kunden leichter zu merken. Für Betriebe mit wenigen, ähnlichen Leistungen ist er oft die bessere Wahl.
Die Höhe sollte weh tun, wenn der Termin verfällt, aber nicht abschrecken, wenn er gebucht wird. Als Faustregel: Die Anzahlung deckt das Material und einen Teil der Zeit, die du sonst verlierst. Bei sehr teuren Leistungen, etwa einem ganztägigen Tattoo, ist auch der volle Preis vorab üblich.
Egal welches Modell: Der Kunde muss den exakten Betrag sehen, bevor er zahlt. Nicht „20 Prozent“, sondern „36,00 €“. Eine Zahl, die man erst ausrechnen muss, fühlt sich wie eine Falle an, und Prozentangaben führen bei Preisänderungen zu Diskussionen. Der Betrag steht neben dem Zahlen-Button, in derselben Schriftgröße wie der Preis.
Was bei der Buchung gesagt werden muss
Drei Dinge gehören auf die Buchungsseite, bevor der Kunde zahlt: wie hoch die Anzahlung ist, ob sie zurückgezahlt wird, und bis wann eine Absage kostenlos ist. Das passt in einen Satz: „Für diesen Termin bitten wir um 30 € Anzahlung. Bis 24 Stunden vorher kannst du kostenlos absagen, danach behalten wir die Anzahlung.“
Derselbe Satz gehört in die Bestätigung, ob per E-Mail oder WhatsApp. Was der Kunde zweimal gelesen hat, musst du später nicht am Telefon erklären. Wer eine Ausfallgebühr für den Termin erst in den AGB versteckt, hat im Streitfall die schlechteren Karten und den verärgerten Kunden obendrauf.
Zum Ton: Die Regel ist keine Drohung, sondern eine Erklärung. „Damit wir die Zeit für dich freihalten können“ klingt anders als „Bei Nichterscheinen wird der Betrag einbehalten“. Beides sagt dasselbe. Das erste gewinnt Buchungen, das zweite kostet welche. Lies deinen Satz einmal laut, bevor er auf die Seite geht.
- Den Betrag in Euro nennen, nicht in Prozent
- Sagen, ob und bis wann die Anzahlung zurückgezahlt wird
- Den Grund in einem Halbsatz nennen: Zeit und Material werden reserviert
- Dieselbe Formulierung auf der Buchungsseite und in der Bestätigung
Wie Kunden die Anzahlung bezahlen, ohne abzuspringen
Jede Hürde beim Bezahlen kostet Buchungen. Eine Überweisung mit Verwendungszweck, die du dann im Kontoauszug suchst, ist die größte. Eine Kartennummer abtippen ist die zweite. Ein Konto anlegen ist die dritte. Was auf dem Handy in einer Minute erledigt ist, wird gemacht. Was länger dauert, wird auf morgen verschoben, und morgen ist die Zeit weg.
Deshalb: Karte, Apple Pay und Google Pay direkt in der Buchung, ohne Registrierung. Bei terminio.ai legst du pro Leistung fest, ob Anzahlung, voller Preis oder Zahlung vor Ort. Die Zahlungsseite kommt von Stripe, der Kunde braucht weder App noch Konto, und du bekommst eine Nachricht, sobald das Geld eingegangen ist. Das ist in jedem Paket dabei, auch im kostenlosen.
Wichtig ist auch, was während der Zahlung passiert. Die Zeit sollte für ein paar Minuten reserviert sein, damit nicht zwei Kunden denselben Termin bezahlen. Wird nicht bezahlt, ist der Termin wieder frei. So bleibt der Kalender sauber, ohne dass du eingreifst.
Absage, zu spät, nicht erschienen: was mit dem Geld passiert
Rechtzeitige Absage: Der Kunde bekommt die Anzahlung zurück oder überträgt sie auf einen neuen Termin. Das Übertragen ist oft die bessere Lösung, weil der Kunde damit schon den nächsten Termin hat. Bei terminio.ai erstattest du direkt aus der App, das Geld geht auf dieselbe Karte zurück.
Späte Absage: Hier gilt, was auf der Buchungsseite stand. Behältst du die Anzahlung, schreib einen freundlichen Satz dazu, warum. Kannst du die Zeit trotzdem füllen, etwa über eine Warteliste, ist eine Rückzahlung aus Kulanz ein starkes Signal, das sich herumspricht.
Nicht erschienen: Die Anzahlung bleibt bei dir, ohne Rechnung, ohne Mahnung. Das ist der ganze Sinn. Und die Stammkundin, die seit Jahren immer kam und einmal den Termin vergessen hat? Ausnahmen sind erlaubt. Eine Regel, die du in Einzelfällen bewusst lockerst, ist immer noch eine Regel. Wichtig ist nur, dass du entscheidest, nicht der Kunde.
Checkliste: Anzahlung bei Terminbuchung einführen
Fang mit den Leistungen an, bei denen ein Ausfall am meisten kostet. Beobachte vier Wochen lang, ob Buchungen zurückgehen und ob die Ausfälle sinken. Erst dann weitest du aus. So merkst du früh, ob die Höhe passt und ob der eine Satz auf der Buchungsseite verstanden wird.
- Leistungen wählen: lang, materialintensiv und schwer nachzubesetzen, nicht alle
- Höhe festlegen: Anteil oder fester Betrag, immer als exakte Summe sichtbar
- Absagefrist bestimmen, meist 24 oder 48 Stunden vor dem Termin
- Einen Satz für die Buchungsseite und die Bestätigung schreiben
- Zahlung mit Karte, Apple Pay und Google Pay ohne Konto anbieten
- Team informieren: wer darf Ausnahmen machen, und wie werden sie notiert



